Schätzungen gehen
gegenwärtig davon aus, dass die
Hälfte der Schülerinnen und Schüler in der Schule hinter ihren
Leistungsmöglichkeiten zurückbleiben. Zunehmend mehr Schüler haben
Lernstörungen. Markante Defizite können
dabei in den Basisfertigkeiten (z.B. akustische Informationen aufnehmen,
Analysieren visueller Vorlagen usw.), in den Wissens- und Begriffssystemen (z.B.
reduzierte Wissensbasis, Defizite in Lern- und Arbeitsstrategien), in den
metakognitiven Fertigkeiten (z.B. Planung, Überwachung und Regulierung) sowie in
der Lernmotivation (z.B. Lern- und Anstrengungsbereitschaft, Selbstwirksamkeit,
Überwindung von Schwierigkeiten) auftreten. Nicht selten führen diese Defizite
in der Folge zu dysfunktionalem Unterrichtsverhalten (z.B. Stören,
Nebenbeschäftigungen, Regeverstöße, Provozieren, Tagträumen, Abschalten) bis hin
zur Lern- und Leistungsverweigerung. Schuldistanz äußert sich zunächst durch
Unterrichtsvermeidende Verhaltensweisen. Die Schüler ziehen sich zurück, es
kommt zu Leistungsrückständen und häufig haben sie Angst vor
Leistungsüberprüfungen und ihren Mitschülern. Erste Fehlzeiten können sich
einstellen. Schuldistanz hat in der Regel vielfältige Ursachen, die in der
Familie, in der Schule und dem Schüler liegen können.
An diesen skizzierten
Problemfeldern setzt die
Arbeit in unserem Schülercamp an. Individuelle Defizite sollen gezielt beseitigt
werden, um Schulversagen und damit der Gefahr einer verzögerten Schullaufbahn
vorzubeugen. So gibt es Hilfen im jeweiligen Problemfach, Selbst- und
Sozialkompetenzen werden entwickelt und die Verbesserung der Lernmotivation wird
angestrebt. Dazu werden für die Schüler individuelle Förderpläne in
Zusammenarbeit mit der Schule, den Eltern und im Falle der Schulverweigerung mit
der Schulaufsicht erstellt.
Die Schüler werden von Lehrkräften und Sozialpädagogen
gemeinsam betreut. Das Ziel besteht darin, nachweislich die individuellen
Defizite zu beheben.
Dazu wird in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und
Englisch an den fachspezifischen Lernstrategien und je nach Bedarf an
allgemeinen Strategien der Selbst- und Sozialkompetenz, z.B. Training von
Aufmerksamkeit und Konzentration, Training von Lernstrategien
zur Planung und Kontrolle des Lernens, Hausaufgaben, Umgang mit
Unterrichtsstörungen, Aufarbeitung von Wissenslücken, Training von Wahrnehmung
und Sozialverhalten gearbeitet.
Wann immer es möglich ist und die Schüler daran Interesse
haben, wird in der konkreten Arbeit auf die Möglichkeiten des Billards zur Lern-
und Motivationsförderung zurückgegriffen. Dies folgt der neurobiologischen
Erkenntnis, dass Lernen besser funktioniert, wenn eine kognitive Lernaufgabe mit
einer Bewegungsaufgabe verknüpft wird. Darin werden auch motorische Fertigkeiten
verbessert und erlebnispädagogische Elemente fördern das Selbstvertrauen und die
Teamfähigkeiten.
Dazu bieten wir gerade auch für Schüler mit
sonderpädagogischem Förderbedarf speziell auf das Störungsbild zugeschnittene
Förderungen an, die in Absprache mit der Fachberaterin für sonderpädagogische
Integration erfolgen.
Top
Anliegen
Das Naturwissenschaftliche Begabten- und Förderzentrum
wurde am 17.2.2009 eröffnet und hat zum
einen die Begabtenförderung und zum anderen die individuelle Förderung bei
Defiziten/Lernproblemen zum Ziel. Dabei gehen wir von einem ganzheitlichen
Bildungsbegriff aus und stellen daher die
Gesamtpersönlichkeit der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt
unserer Arbeit.
Sowohl der Erwerb fachlicher Kompetenzen als auch die
Förderung lernmethodischer, sozialer
und personaler Kompetenzen stehen im Blickpunkt der Förderung der Schülerinnen
und Schüler.
Neben traditionellen Formen der Förderung von Begabungen
mit bekannten Materialien wird bei uns
Billard zum spannenden Lernthema. Hinter Billard verstecken sich viel
Logik, Nachdenken, Kreativität und interessante Physik, die zum Experimentieren,
Ausprobieren und praktischen Tun einladen.
Zum zweiten bietet unser Schülercamp für alle, die in der
Schule mit Problemen kämpfen, eine fundierte Lernhilfe allgemeiner und
fächerspezifischer Natur mit erlebnispädagogischen Elementen an. So stehen in
Mathematik, Physik, Deutsch und Englisch Lernmethoden im Mittelpunkt, ebenso wie
man am besten lernt, wie man sich
selbst zum Lernerfolg führen kann.
Insbesondere liegt uns die Förderung von